Monitor-Überwachung reduzieren: ab wann?

Welche Monitore, welche Kapnographen? Welche Geräte für den Sauerstoff? Wie transportiert man das alles? Wie stellt man die Alarme ein, dass sie helfen und nicht verrückt machen?
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Monitor-Überwachung reduzieren: ab wann?

Beitrag von Dagmar » Do, 3. Sep 2009, 21:34

Jetzt hab ich mal eine Frage zur Monitor-Überwachung: Philipp ist seit der KH-Entlassung Ende März nachts mit den drei Bauch-Brust-Elektroden beklebt und zusätzlich noch mit dem Puls-Oxy am Fuß. Jetzt wollen wir die Elektroden nicht weiter benutzen, da uns von verschiedenen Seiten gesagt wurde, dass ja "eigentlich" nur die Sättigung ausschlaggebend sei und mit der Überwachung von Herz und Atmung nichts Nennenswertes erreicht wird (außer Fehlalarme :( ). Auf manchen Eurer "Schlaf-Bilder" sehe ich auch nur ein Kabel.
Philipp wird nicht beatmet und hat keinen Sauerstoff-Bedarf.
Wie alt waren Eure Kinder und wielange waren sie da schon tracheotomiert, als Ihr die Überwachung reduziert habt?
Mein Mann und ich trauen uns noch nicht so ganz, die (wenn auch verhassten) Elektroden wegzulassen.
Grüße aus Aachen, Dagmar
Philipp, geb. 16.01.2009, Tracheostoma am 21.02.2009

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Re: Monitor-Überwachung reduzieren: ab wann?

Beitrag von Jessica » Do, 3. Sep 2009, 21:52

Hallo Dagmar,

wir hatten von Anfang an nur das Pulsoxy am Fuß. Felix wurde mit 3 Monaten tracheotomiert und einen Monat später haben wir ihn mit Pulsoxy nach Hause bekommen. Am Anfang hatten wir ihn ständig am Monitor. Aber als er anfing zu robben, war das nicht immer machbar. Wir müssen ja auch alle paar Monate zur Monitorsprechstunde und da haben wir mit der Ärztin gesprochen und die meinte, auf Grund seiner Werte reicht es aus, wenn wir ihn nur noch im Schlaf überwachen. Jetzt haben wir ihn wirklich nur noch nachts am Monitor. Wenn er tagsüber mal in der Karre oder so schläft, sind wir ja immer dabei. Außer wenn er einen Infekt hat, sehe ich zu, dass ich ihn so oft wie möglich anschließe. Felix ist auch nicht beatmet und braucht auch keinen Sauerstoff im Normalfall.

LG Jessi
Jessica mit Felix (22.10.2007), Ösophagusatresie Typ IIIb, subglottische Stenose, Tracheomalazie, Reflux, Button bis Ende März 13, TS bis Juli 12

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Re: Monitor-Überwachung reduzieren: ab wann?

Beitrag von Nellie » Fr, 4. Sep 2009, 06:56

Hallo,

ich sehe es auch so, dass die Sättigung das wirklich interessante ist. Denn wenn sie nur 8x in der Minute atmet, dabei aber die Sättigung stabil hält, will ich nicht, dass der Monitor mir das mitteilt. Das ist nur nervig! Und den Puls hat man ja sowieso auch mit dem Sensor.
Wir hatten, als Linn noch nicht tracheotomiert war, einen Herz-Atem-Monitor, also nur die Elektroden. Den wurden wir dann los. Als sie dann tracheotomiert nach Hause kam, kam sie nur mit einem Pulsoxy.

Also, nur Mut! Ihr denkt da völlig richtig!

LG
Nellie
Nellie *1978 mit Linn *02/04 (mehrfachbehindert durch PCH-2, Sondenkind, Tracheostoma, nachts beatmet) und Ann *06/09
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Re: Monitor-Überwachung reduzieren: ab wann?

Beitrag von Missy » Fr, 4. Sep 2009, 08:10

Hallo
Evelin ist ja beatmet, aber sie hat auch nur den Fußsensor dran...also Sättigung und Herzfrequenz sehen wir, das reicht bei uns auch.
sie hat auf die Elektroden im Krankenhaus damals reagiert, dort wurden sie bereits abgemacht als sie noch stationär da war.
Wir haben den Monitor aber immer dran (außer beim baden)....aber das liegt auch am Pflegedienst hier.

Gruß
Nina
--- Nina (1983) mit Tochter Chantalle (1999, gesund) und Evelin geb 05.11.2006, leider keine Diagnose, neuromuskuläre Erkrankung,Tracheostoma und voll beatmet, Peg-Sonde da kein Schluckreflex, Muskelschwäche ---

Rita

Re: Monitor-Überwachung reduzieren: ab wann?

Beitrag von Rita » Fr, 4. Sep 2009, 12:03

Hallo,
Saskia wurde mit 3 Tagen tracheotomiert. Bis auf die KH-Aufenthalte hat sie nie Elektroden gehabt.
Da Saskia einen sehr unruhigen Schlaf hat und sich ständig rumwälzt war ich von den Fehlalarmen so genervt, dass ich mir bei Dr. Puder (ca. als sie 7 Monate alt war) das OK geholt habe sie nur noch nachts an den Monitor anschliessen zu müssen. Während ihres Mittagschlafes hat sie keine Monitorüberwachung. Sie hatte aber noch nie Sauerstoffbedarf oder Atemprobleme!
Frag doch einfach euren behandelnden Arzt was er denkt und dann pack ihn und euer Bauchgefühl in eure Entscheidung :wink:
LG
Rita

Katrin+3

Re: Monitor-Überwachung reduzieren: ab wann?

Beitrag von Katrin+3 » Fr, 4. Sep 2009, 12:08

Hallo

Nils wurde mit 3.5Monaten tracheotomiert... wir haben seit ca. 3 Monaten keine Herzelektroden mehr und den Monitor nur beim Mittagsschlaf und in der Nacht an... ich fand die Elektroden auch nervig und nun ists super sie los zu sein.
Fehlalarme sind weniger geworden und es wird Herzfrequenz und Sättigung angezeigt, das reicht ja vollkommen!!!

Trau dich! Im SPZ haben sie mir gesagt, jedes Kabel und jede Tätigkeit weniger ist ein Schritt weiter in Richtung "Normalität"!!!! Irgendwie haben sie recht gehabt!!!!!

LG
Katrin

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Re: Monitor-Überwachung reduzieren: ab wann?

Beitrag von Cordula » Sa, 5. Sep 2009, 12:27

Wir haben auch, seit April keine Elektroden mehr, obwohl Konard ja nacht sbeatmet wird und auch Apnoen hat. Der Puls-Oxy sagt uns alles, was wir wissen müssen.
Falls Du noch Elektroden brauchst, kann ich dir ca 150 Päckchen schicken. Erst waren sie immer Mangelware, weil sie nie so lange hielten, wie sie sollten, dann bekam ich ein Riesen-Paket einen Tag bevor der Monitor abgeholt wurde !!! :?
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Re: Monitor-Überwachung reduzieren: ab wann?

Beitrag von Dagmar » Sa, 5. Sep 2009, 21:22

OK, das war deutlich!!! Heute war eine Freundin hier, deren Sohn auch tracheotomiert ist (Hallo, Andrea und Maximilian) und die hat kurz entschlossen den Monitor sehr professionell umgestellt. Der Kinderarzt hatte auch schon sein OK gegeben; aber auch dazugesagt, dass wir es letztendlich selbst entscheiden müssten...
Jetzt kommt heute die erste Nacht mit nur einem Kabel.
PS: Ich hatte ihn tagsüber nie am Monitor!? Das hatte man wohl vergessen, uns zu sagen :D Aber da fang ich jetzt natürlich auch nicht mit an.
Danke für die Antworten und eine (hoffentlich ruhige) Nacht.
Philipp, geb. 16.01.2009, Tracheostoma am 21.02.2009

Yadzia

Re: Monitor-Überwachung reduzieren: ab wann?

Beitrag von Yadzia » So, 6. Sep 2009, 08:36

Hallo!
Wir haben nach ca 6 monaten die Elektroden (in Rücksprache mit dem Kardiologen) weggelassen. Die Fehlalarme nahmen deutlich ab.
Nastja ist auch nur nachts am Monitor, wir haben auch ein Babyphon aufgestellt. Tagsüber sind wir mittlerweile so trainiert, das wir hören, wenn was ist. (Radio ist also bei uns nie laut) :lol:

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Re: Monitor-Überwachung reduzieren: ab wann?

Beitrag von Dagmar » So, 6. Sep 2009, 20:45

Hach, was war das eine schöne Nacht! Keine Alarme!!! Der einzige Krach war der Wecker, den mein Mann nicht ausgestellt hatte :). Und das um 6.oo Uhr am Sonntagmorgen...
Philipp, geb. 16.01.2009, Tracheostoma am 21.02.2009

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Re: Monitor-Überwachung reduzieren: ab wann?

Beitrag von Kornelia » So, 6. Sep 2009, 20:47

Hallo Dagmar,

anscheinend habt Ihr ohne Monitor Überwachung alle eine gute Nacht gehabt. Schön, daß Du diesen Schritt gewagt hast, denn auch in bin der Ansicht, daß die Pulsoxy Überwachung ausreicht.

LG Kornelia
Korinna (25) Geburtsschaden, Tetraspastik, Tracheostoma, therapieresistentes Anfallsleiden, PEG, Skoliose, Refluxösophagitis, Mikrocephalus

Rita

Re: Monitor-Überwachung reduzieren: ab wann?

Beitrag von Rita » Mo, 7. Sep 2009, 06:33

Das ist ja klasse, endlich mal durchschlafen, zumindest was die Alarme angeht :wink:
Nur deinen Mann solltest du im Auge behalten :mrgreen:
LG
Rita und weiterhin erholsame Nächte...

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